Grundbedarf für junge Erwachsene

Erläuterungen

1. Definition „Junge Erwachsene“

Als junge Erwachsene gelten in der Sozialhilfe alle Menschen zwischen dem vollendeten 18. und dem vollendeten 25. Altersjahr.

2. Grundsatz

Junge Erwachsene erhalten nur im Ausnahmefall Unterstützungsleistungen, welche ein eigenständiges Wohnen ausserhalb des Elternhauses ermöglichen (§ 93 Abs. 1bis  SV).

3. Grundbedarf für junge Erwachsene in Wohn- und Lebensgemeinschaften

Junge Erwachsene, die im Haushalt der Eltern oder in anderen familienähnlichen Gemeinschaften wohnen, werden nach den Prinzipien für familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaften unterstützt. Sie erhalten zur Deckung ihres Lebensunterhalts den auf sie anteilmässig anfallenden Grundbedarf (Gesamtgrundbedarf geteilt durch Anzahl der im Haushalt lebenden Personen = Kopfquote).

4. Grundbedarf und Wohnkosten für junge Erwachsene mit eigenem Haushalt

4.1.      Vorliegen von zwingenden Gründen für die Führung eines eigenen Haushalts

Wenn aus zwingenden Gründen ausnahmsweise die Führung eines eigenen Haushaltes anerkannt wird, erhalten junge Erwachsene den um 20% gekürzten Grundbedarf für den Lebensunterhalt (§ 93 Abs. 1bis  Bst. a SV).

Es gelten die folgenden Ansätze:

Haushaltgrösse

Pauschale in Franken

Pauschale in Franken pro Person

1 Person

788.00

788.00

2 Personen

1207.00

604.00

3 Personen

1467.00

489.00

4 Personen

1688.00

422.00

 

Die Wohnkosten werden grundsätzlich nur bis zur Hälfte des ortsüblichen Mietzinses vergütet. Dieser Kostenrahmen kann überschritten werden, wenn nachweislich kein Wohnraum in diesem Preissegment verfügbar ist (§ 93 Abs. 1bis Bst. b SV).

 

Bei zwingenden Gründen gelangen in Zweck-Wohngemeinschaften ebenfalls die um 20% gekürzten Ansätze des Grundbedarfs zur Anwendung. Der Ansatz richtet sich nach der Anzahl Personen in der Unterstützungseinheit und nicht nach der gesamten Anzahl Mitglieder der Zweck-Wohngemeinschaft (vgl. SKOS-Richtlinien C.3.2 Abs. 2). Auf den für Zweck-Wohngemeinschaften vorgesehene zusätzliche Abzug von 10% ist zu verzichten.

 

4.2       Fehlen von Gründen zur Führung eines eigenen Haushalts

Liegen keine anerkannten Gründe für die Führung eines eigenen Haushalts vor, sind die betroffenen Personen auflageweise anzuhalten, (wieder) zu ihren Eltern zu ziehen. Das Verfahren entspricht jenem bei überhöhten Wohnkosten. Wenn Missbräuchlichkeit vorliegt, können Mietkosten von Beginn weg auf die ortsübliche Höhe herabgesetzt werden (§ 93 Abs. 1 Bst. b SV).        

Sonderregelungen Asyl

Keine.